Hämatologische & Onkologische Praxis Stadthagen

Literatur

Lebenslust

Dr. med. Dipl. theol. Manfred Lütz, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Theologe und Chefarzt des Alexianer-Krankenhauses in Köln-Porz, analysiert in seinem Bestseller den Ist-Zustand einer Gesellschaft, die Gesundheit als höchstes Gut betrachtet und vom ewigen Jungbrunnen träumt. Er beschreibt den Gesundheitskult als eine Ersatzreligion, die im Bestreben nach Fitness und jugendlicher Attraktivität alle elementaren Werte des Lebens, die früher durch das Christentum den Menschen übermittelt wurden, ausgeklammert hat. „Unsere Vorfahren bauten Kathedralen, wir bauen Kliniken.
Manfred Lütz ist kein Gegner des körperlichen Trainings, er warnt aber eindringlich davor, das Leben auf rein äußerliche Aspekte zu reduzieren. Er äußert sich dazu wie folgt: „Das körperliche Wohlbefinden ist wichtig für den Menschen. Wer das leugnet, hat nie Schmerzen gehabt. Aber diese Fixierung auf das Körperliche, auf den materiellen Aspekt führt zu Unglück. Immer!“
Fazit: Ein Buch, das ein Tabu-Thema äußerst kurzweilig beschreibt und Perspektiven für mehr Lust am Leben aufzeigt.

LebensLust - Über Risiken und Nebenwirkungen des Gesundheitswahns
von Manfred Lütz – Droemer Verlag 2006
288 Seiten – gebunden – 12,00 €

Krebs und Sexualität

Einen sehr systematischen Einblick in das Thema bieten der Arzt Joachim Hartlapp, ärztlicher Direktor am Klinikum Osnabrück, sowie der Psychoanalytiker Stefan Zettl aus Heidelberg, der am dortigen Institut für Tiefenpsychologie als Lehrtherapeut arbeitet. Nach einer Einführung in die körperlichen Grundlagen von weiblicher und männlicher Sexualität werden zunächst allgemeine Erscheinungsformen sexueller Störungen beschrieben, um dann die Auswirkungen einer Krebserkrankung auf die Sexualität zu analysieren.

Ein umfassendes und sehr empfehlenswertes Buch, das alle wichtigen Fragen in einer auch für Nicht-Experten verständlichen und gleichzeitig taktvollen Weise beantwortet. Die Autoren möchten Krebspatienten Mut machen, trotz ihrer Erkrankung wieder zu einer auch sexuell erfüllten Beziehung mit ihrem Partner zurückzufinden.

von Stefan Zettl und Joachim Hartlapp
Weingärtner Verlag, Berlin 2002
ISBN: 978 3980481052
14,90 €

Mutter hat Krebs

Ich habe „Mutter hat Krebs“ geschrieben, weil ich mir wünschte, jemand hätte es für mich getan. Brian Fies

Brian Fies ist Cartoonist. Nachdem bei seiner Mutter Krebs diagnostiziert worden war, verarbeitete er den ersten Schock, seine Gedanken und Gefühle im Verlauf der Krankheit und während der Behandlung in der ihm möglichen Form, dem Zeichnen. Er stellte den Cartoon ins Internet und war erstaunt über den enormen Zuspruch von anderen Betroffenen – Krebspatienten, deren Angehörigen und auch von Menschen, die nur indirekt mit dem Thema zu tun haben. Sie alle fanden sich wieder in der autobiographischen Geschichte, die voller Wärme den Alltag einer Familie in einer extremen Lebenssituation aufzeichnet. Und auch viele Mediziner – nicht nur Onkologen – waren überrascht: Vor allem weil das Buch ihnen hilft, ihre Patienten besser zu verstehen. Die Deutsche Krebshilfe empfiehlt das Buch als einen Beitrag, der hilft das Thema Krebs zu enttabuisieren.

Brian Fies, Knesebeck 2006,
128 Seiten – gebunden, 14,95 €

Was kann ich selbst für mich tun?

Patientenkompetenz in der modernen Medizin

Jeder Patient, jeder Krebspatient zumal kennt das Gefühl: ausgeliefert zu sein einem System, auf das man selbst nur mittelbar Einfluss hat, das aber letztlich über Leben und Tod entscheidet. Dass Patienten mehr tun können, als sich still den Anweisungen des Arztes zu fügen, davon sind die Autoren dieses Buches überzeugt. Patientenkompetenz ist für sie das entscheidende Stichwort. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass man sich als Patient medizinisch kompetent machen muss, sondern vielmehr, dass kein Patient, und sei er noch so krank, seine Selbstbestimmung, seinen Willen zur Gestaltung des eigenen Lebens aufzugeben braucht. Dazu gehört beispielsweise auch, selbstbewusst nach dem persönlich „passenden“ Arzt zu suchen. Zehn ganz unterschiedliche Menschen porträtiert dieses Buch, vom Hodenkrebspatienten, der nicht „alles“ wissen will, bis hin zur jungen Magenkrebspatientin, die einen eigenen Verein zur Forschungsförderung gründet. Ein Buch, das Hoffnung macht, in jeder
Lebenslage.

Annette Bopp, Delia Nagel, Gerd Nagel
Rüffer & Rub, Zürich 2005, ISBN 3-907625-23-4
128 Seiten, 16,10 €

Gespräche gegen die Angst

Herausgerissen aus der alltäglichen Routine und mit einer völlig veränderten Situation konfrontiert, gilt es für Krebs-Betroffene und ihre Angehörigen immer wieder einen Weg zu finden, der das Leben mit der Krankheit erträglich macht.

Vor all die Fragen zur medizinischen Versorgung und der sozialen Absicherung schiebt sich bei vielen wie eine unüberwindliche Mauer die Angst. Krankheit ist nicht nur ein körperliches Geschehen, sondern eine tief greifende Erfahrung, die den ganzen Menschen mit seinen Gedanken und Gefühlen umfasst. Wenn die Gedanken von Angst besetzt sind und gefangen gehalten werden, führt das zu einem Gefühl des Ausgeliefertseins und der Hilflosigkeit.

Die Psychologie-Professorin Anne-Marie Tausch zeigt in ihrem Buch die vielen Möglichkeiten und Wege eines angstfreieren Umgangs mit der Erkrankung auf. Denn Angst ist ein schlechter Ratgeber. Das Reden über die Angst nimmt den schwer lastenden Druck und erlaubt es den Betroffenen, all die notwendigen, schweren Entscheidungen auf einer Basis von Wissen und Information gelassener zu treffen und auch mit der Krankheit ein erfülltes Leben zu führen.

von Anne-Marie Tausch
rororo 18375, Reinbek 2003
284 Seiten, broschiert, 7,50 €

Diagnose Brustkrebs

In einfacher Sprache informiert die Gesellschaft zur Bekämpfung der Krebskrankheiten (GBK) in ihrem Band:

Kostenlos zu beziehen bei GBK, Gesellschaft zur Bekämpfung der Krebskrankheiten NRW e.V.,
Johannes-Weyer-Str. 1,
40225 Düsseldorf,
Tel. 02 11-33 00 15,
Fax: 02 11-934 88 33
eMail: gbk-nrw@t-online.de

Der Knoten über meinem Herzen

„Ein Ozean von Wissen gegen ein Meer von Unsicherheit“ – das möchte die Autorin mit ihrem umfassenden Wegweiser bieten. Und sie wird ihrem Anspruch gerecht. Ursula Goldmann-Posch ist selbst Brustkrebspatientin – und sie ist Medizinjournalistin. Wohl auch aus diesem Grund hat sie ein Buch geschrieben, das nie nur nüchterner Ratgeber ist, sondern anrührend, spannend und lehrreich zugleich. Leserinnen werden mit auf die Reise genommen, vom Moment der ersten Diagnose bis hin zum (bisher) dritten Jahr des rezidiv- und metastasenfreien Überlebens. „Uschi“ präsentiert ihr Leben: Die Sorge um sich selbst und ihre Familie, die Solidarität mit anderen betroffenen Frauen und ihren immer selbstbewussteren Umgang mit Ärzten und Krankenkassen-Vertretern. Und: Sie lässt auch ihre eigene Schwäche nicht aus. Sie ist nicht nur Powerfrau, sondern eben auch Betroffene, die mit sich selbst und ihrem Schicksal hadert. Abgerundet wird dieses Buch durch einen vorbildlichen Anhang mit Glossar und Adressverzeichnis.

Ursula Goldmann-Posch
Der Knoten über meinem Herzen
Brustkrebs darf kein Todesurteil sein:
Therapien und andere Hilfen
Goldmann, München (November 2004)
415 Seiten, broschiert
10,00 €

Wunder sind möglich: Spontanheilungen

Nur hinter vorgehaltener Hand reden gestandene Schulmediziner normalerweise über Spontanheilungen oder, in der Sprache der Mediziner: Spontanremissionen. Ärzte, die ständig Kontakt zu Patienten haben – also nicht ausschließlich in der Grundlagenforschung tätig sind – kennen das Phänomen. Seriösen Schätzungen zufolge heilen beispielsweise bis zu 7 Prozent der Nierenzellkarzinome und bis zu 20 Prozent der malignen Lymphome spontan aus. Kappauf sucht in diesem Buch nach Erklärungen für das Phänomen, stellt biologische Modelle wie den programmierten Zelltod vor, beschäftigt sich aber auch mit Wunderheilungen, wie sie beispielsweise im Wallfahrtsort Lourdes immer wieder vorkommen sollen. Niemals begibt sich der Autor auf die Ebene der Spekulation oder weckt falsche Hoffnungen. Er appelliert vielmehr an die Schulmedizin, Spontanremissionen genauer zu untersuchen, und dieses Feld eben nicht der so genannten alternativen Medizin zu überlassen. Denn eines ist nach der Lektüre klar: Wer als Patient auf „Wunder“ hofft, muss sie nicht außerhalb des etablierten Medizinsystems suchen. In der Schulmedizin kommen sie mindestens genauso häufig vor.

Herbert Kappauf · Wunder sind möglich
Spontanheilung bei Krebs
Herder, Freiburg (März 2003)
192 Seiten, gebunden · 19,90 €

Empfehlenswert: Die blauen Ratgeber

Die blauen Ratgeber klären verständlich über verschiedene Krebsarten, deren Früherkennung, Diagnose, Therapie und Nachsorge auf. Darüber hinaus werden übergreifende Themen erläutert.

Der blaue Ratgeber Nr. 7, “Prostatakrebs”, wendet sich an alle Männer, aber auch an deren Partnerinnen, da das Thema Sexualität bei dieser Krebsart eine wichtige Rolle spielt. Den blauen Ratgeber Nr. 17, “Prostatakrebs” (ISSN 0946-4816) können Sie unter folgender Adresse kostenlos bestellen:

Deutsche Krebshilfe e.V.
Thomas-Mann-Str. 40 · 53111 Bonn
Tel. 02 28 / 7 29 90 - 0 · Fax 02 28 / 7 29 90 - 11
E-Mail: deutsche(at)krebshilfe.de · www.krebshilfe.de

Die blauen Ratgeber, Nr. 2

Brustkrebs – Ein Ratgeber für
Patienten und Angehörige

Von den Autoren Anfang des Jahres 2005 auf den aktuellen Stand gebracht, finden Sie hier auf etwa 120 Seiten alles über Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge.

Kostenlos zu beziehen w.o.

Nach der Diagnose Krebs – Leben ist eine Alternative

Antwort auf diese und ähnliche Fragen geben in ihrem umfangreichen Ratgeber die beiden renommierten Onkologen Dr. Herbert Kappauf und Dr. Walter Michael Gallmeier. Aus der „Sprechstundenperspektive“ beschreiben die Autoren Wesen und Ursachen von Krebs, informieren über alles, was hilft und gut tut, über schulmedizinische Therapien und alternative Behandlungsweisen. Außerdem findet sich in dem Buch ein ausführlicher Anhang über Psycho-Onkologie: Wie geht die Psyche mit der Krankheit um? Gibt es eine „richtige“ Einstellung zur Krankheit?
Das Buch ist hilfreich für alle Menschen, deren Leben sich durch die Diagnose Krebs plötzlich verändert hat, hilfreich sowohl für direkt Betroffene als auch deren Partner und Angehörige. Obwohl rund hundert unterschiedliche Krebserkrankungen bekannt sind und der Krankheitsverlauf bei jedem Patienten anders ist, gibt es doch viele grundsätzliche Informationen, die für alle Betroffenen von Interesse sind. Ein verständlich geschriebener Ratgeber von hohem Informationswert.

Herbert Kappauf / Walter Michael Gallmeier
Nach der Diagnose Krebs –
Leben ist eine Alternative
Hrsg. von der Deutschen Krebshilfe
Herder Spectrum 2000 (6. völlig überarbeitete Auflage), 15,50 €

Es wird mir fehlen, das Leben

Die 1964 geborene Ruth Picardie bringt im August 1995 gesunde Zwillinge zur Welt, ein gutes Jahr später wird bei ihr Brustkrebs diagnostiziert und wieder ein knappes Jahr später ist Ruth Picardie tot. – Die letzten 12 Monate ihres Lebens sind in diesem Buch in Form von e-mails dokumentiert.
Den Leser wirft die Darstellung in Form von e-mails von Anfang an mitten ins Geschehen. Man kann sich der unglaublichen Nähe und Authentizität des Textes kaum entziehen. Besonders geeignet erscheint das Buch nicht nur für Patienten, sondern auch für deren Angehörige, die auf selten direkte Art Einblick in die innere Befindlichkeit einer Krebspatientin erhalten.

Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH,
Reinbek 2000, 175 Seiten, 7,50 €

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