Hämatologische & Onkologische Praxis Stadthagen

Berufskrankheit auch nach Mehrfachbelastungen

Das HLSG hatte der Witwe eines an Lungenkrebs verstorbenen Dachdeckers einen Rentenanspruch gewährt. Der an den Folgen seiner Krankheit mittlerweile verstorbene Mann war jahrelang einer wechselnden Belastung durch Asbestfasern sowie schädlichen Dämpfen von Heißteer und -bitumen ausgesetzt gewesen. Da die Dosiswerte der einzelnen Belastungen nicht über den erforderlichen Grenzwerten lagen, lehnte die Berufsgenossenschaft eine Entschädigung ab.

Nach Bewertung mehrerer medizinischer Sachverständigengutachten sprach das HLSG der klagenden Witwe einen Rentenanspruch zu, da unter Beachtung der Kombinationswirkung beider Gefahrstoffbelastungen eine Verdoppelung des Risikos eingetreten sei. Deshalb müsse, so das Gericht weiter, die folgende Erkrankung auch „wie eine Berufskrankheit“ entschädigt werden.
(HLSG-Urteil: L11/3 U 740/02 ZVW BSG-Beschluss: B 2 U 71/04 B)

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