Hämatologische & Onkologische Praxis Stadthagen
Tipps für den gesunden Schlaf

Tipps für den gesunden Schlaf

Nicht sofort Medikamente einsetzen

Besonders ältere Menschen liegen frühmorgens stundenlang wach und meinen deshalb, sie bräuchten weniger Schlaf als in ihrer Jugend. Tatsächlich verschieben sich im höheren Lebensalter die Schlafperioden: Alte Menschen schlafen nachts auch deshalb weniger, weil sie sich tagsüber mal ein Nickerchen gönnen. Echte Schlaflosigkeit ist nicht selten das Ergebnis von jahrelangem Schlafmittelgebrauch. Besonders folgenreich ist die Einnahme so genannter Benzodiazepine. Der Organismus gewöhnt sich an die „Schlafhilfe“; immer höhere Dosen werden notwendig, um dieselbe Wirkung zu erzielen. Wer meint, nur mit medikamentöser Unterstützung Schlaf finden zu können, sollte deshalb möglichst auf Arzneimittelzubereitungen aus Baldrian oder Melisse zurückgreifen.

Bevor jedoch Medikamente zum Einsatz kommen, empfiehlt sich auf jeden Fall zu prüfen, ob die Rahmenbedingungen für erholsamen Schlaf überhaupt erfüllt sind. Entspannende Abendgestaltung, geeignete Raumtemperatur und ein bestimmtes Einschlafritual: das sind empfehlenswerte Maßnahmen zur Verbesserung des Schlafes (siehe Übersicht unten).

Fatigue ist mehr als eine Schlafstörung

Schlafstörungen können auch das Symptom bestimmter Grunderkrankungen sein. Sehr häufig sind sie bei depressiven Erkrankungen. Die Patienten leiden unter Einschlaf- beziehungsweise Durchschlafstörungen und Früherwachen. Trotz Abgeschlagenheit und Müdigkeit können sie auch am Tag nicht schlafen. Nicht von ungefähr gleichen diese Symptome denen der bei Krebspatienten häufig auftretenden Fatigue. Denn von Fatigue Betroffene befinden sich sozusagen in einem Teufelskreis: Ursprünglich ist für ihre Erschöpfung vielleicht ein Mangel an roten Blutkörperchen, eine so genannte Blutarmut oder Anämie verantwortlich. Die ständige Müdigkeit erinnert sie daran, dass mit ihnen irgendetwas nicht stimmt – dieses Gefühl kann sich zur Depression auswachsen und die Fatigue verstärken.

Schlaf-Apnoe schädigt Herz und Kreislauf

Eine weitere Schlafstörung, von denen Betroffene häufig nichts ahnen, ist die so genannte Schlaf-Apnoe. Rund 3 Prozent aller Männer zwischen 40 und 60 Jahren leiden daran. Die Schlaf-Apnoe kommt mit zunehmendem Lebensalter immer häufiger vor. Schätzungsweise ein Viertel bis zwei Drittel aller Menschen über 60 sind betroffen, Männer neunmal häufiger als Frauen. Jahrelanges Schnarchen geht der Krankheit fast immer voraus. Die Schlaf-Apnoe ist definitionsgemäß ein während des Schlafes auftretender Atemstillstand, der mindestens 10 Sekunden lang anhält. Der Patient selbst registriert seine Atemstillstände häufig nicht bewusst. Wer im selben Zimmer schläft, bemerkt aber, dass beim Schnarchen typische Atempausen auftreten und der Betroffene wegen des Sauerstoffmangels regelmäßig aus dem Schlaf aufschreckt. Bei jedem anfallsartigen Aufwachen steigt der Blutdruck plötzlich an und Herzrhythmusstörungen können auftreten. Im Laufe von Jahren entstehen so bleibende Schäden an Herz und Kreislauf. Die Patienten selbst fühlen sich tagsüber müde, können sich nicht richtig konzentrieren; sie klagen nach einiger Zeit auch über morgendliche Kopfschmerzen und über den Verlust ihres sexuellen Verlangens. Nahezu zwei Drittel der betroffenen Männer sind extrem übergewichtig. Ihre Beschwerden nehmen nach abendlichem Alkoholgenuss und nach der Einnahme von Schlafmitteln deutlich zu.

Wenn auch Sie Schwierigkeiten haben, Schlaf zu finden, dann nehmen Sie das nicht als zwangsläufige Begleiterscheinung Ihrer Erkrankung hin. Überprüfen Sie zunächst Ihre Schlafgewohnheiten. Wenn Sie trotz unserer Tipps schlecht schlafen, dann sprechen Sie uns direkt an. Wir werden gemeinsam eine Lösung finden.

Und hier die Tipps:

  • Den Tag aktiv gestalten; langen Mittagsschlaf und frühes Zubettgehen vermeiden.
  • Möglichst keine anregenden Medikamente nach 14.00 Uhr, keinen Kaffee nach 16.00 Uhr.
  • Leicht verdauliche Abendmahlzeit einnehmen, aber nicht hungrig zu Bett gehen. Alkoholgenuss beschränken.
  • Tagesaktivitäten spätestens eine Stunde vor dem Schlafengehen beenden, „aufregende“ Abendunterhaltung vermeiden.
  • Zum Tagesausklang entspannen, zum Beispiel mit autogenem Training oder Yoga. Das Nachdenken über Probleme bewusst auf die nächste Aktivitätsphase, den nächsten Tag, verschieben.
  • Auf regelmäßige Schlafzeiten achten.
  • Mögliches „EinschlafRitual“: Körperpflege, Wechselfußbad, Zähne putzen.
  • Raumklima optimieren: nicht kälter als 16, nicht wärmer als 20 Grad Celsius; keine stark duftenden Pflanzen, keine Haustiere im Schlafzimmer.
nach oben