Hämatologische & Onkologische Praxis Stadthagen

Sich wohlfühlen in seiner Haut

Sie schützt uns vor Austrocknung, Kälte, Hitze und UV-Strahlen, sie wehrt Krankheitserreger und Giftstoffe ab, sie spürt Wärme, Kälte und Druck, und sie ist für Streicheleinheiten, aber leider auch für die zellzerstörenden Wirkungen einer Krebsbehandlung empfänglich: die Rede ist von unserer Haut. Konsequente Hautpflege ist deshalb gerade während der Therapie wichtig.

 

 

Schnell wachsende Zellen, also auch Haar-, Haut- und Schleimhautzellen, werden durch die Therapie geschädigt, glücklicherweise bilden sich die Schäden nach Abschluss der Krebsbehandlung aber meist zurück. Typische Probleme während der Therapie sind Hauttrockenheit, Rötungen und Juckreiz. An den Schleimhäuten, beispielsweise im Mund, kommt es öfter zu Entzündungen. Außerdem erkranken Chemotherapie-Patienten häufiger an Infektionen mit Herpes-Viren oder Pilzen.

 

Prinzip Hygiene

Bei der Körperpflege sollte man jedes Mal einen frischen (Einmal-)Waschlappen und ein sauberes Handtuch benutzen. Jeder Kontakt mit Wasser und Seife laugt die Haut aus. Unparfümierte und alkoholfreie Waschlotionen mit einem pH-Wert von etwa 5,5 sind weniger schädlich. Meist genügt es außerdem, die schweißbildenden Körperregionen einzuseifen und die anderen Flächen nur mit klarem Wasser gründlich abzuspülen.

 

Prinzip Fett und Feuchtigkeit

Nach dem Waschen ist es wichtig, eine Feuchtigkeit spendende Creme aufzutragen; denn unsere Schweiß- und Talgdrüsen produzieren während einer Krebsbehandlung zu wenig Sekret. Achten Sie bitte darauf, die Creme nicht mit dem Finger, sondern mit einem Spatel aus dem Vorratstöpfchen zu entnehmen. So bleibt die Creme im Töpfchen „sauber“.

 

 

Wie gesagt, allein der Kontakt mit Wasser trocknet die Haut aus, langes Duschen und Baden ist während der Therapie daher tabu. Alkohol, wie er in Aftershaves oder Pflegeserien zur Gesichtsreinigung häufig enthalten ist, verstärkt den Austrocknungseffekt. Alkoholfreie Pflegemittel sind deshalb zu bevorzugen.

 

Trinken hilft!

Hochwertige Cremes und Lotionen können allerdings nur dann vor Austrocknung schützen, wenn Sie für den nötigen Flüssigkeitsnachschub sorgen. Trinken Sie viel Wasser – zwei Liter pro Tag sind ideal. Das tut nicht nur der Haut, sondern auch den Nieren gut. Denn die leisten während einer Therapie Schwerstarbeit bei der „Entsorgung“ von Abbauprodukten der verwendeten Medikamente.

 

Vorsicht Geruchsfalle

Viele Patienten sind während der medikamentösen Therapie besonders geruchsempfindlich. Wenn Sie Ihr Lieblingsparfum auch während der Behandlung benutzen, könnte es deshalb passieren, dass Sie diesen früher als sehr angenehm empfundenen Duft nach Ende der Behandlung mit deren unangenehmen Begleiterscheinungen in Verbindung bringen und sich davor ekeln. Wenn Sie sich vor dieser „Geruchsfalle“ schützen wollen, dann verzichten Sie lieber für ein paar Wochen auf Ihr Parfum.

 

Schminken, aber richtig

Neben der eigentlichen Hautpflege gehört für viele Frauen zum persönlichen Wohlgefühl auch ein gepflegtes Make-up. Dagegen ist prinzipiell überhaupt nichts einzuwenden; denn sich wohl fühlen in seiner Haut fördert das Selbstwertgefühl und wirkt sich damit auch positiv auf den Therapieverlauf aus. Spezielle Kosmetikseminare bietet beispielsweise die Aktion DKMS LIFE an.

 

 

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