Hämatologische & Onkologische Praxis Stadthagen

Soziale Absicherung in Stichworten

Krebs ist so gut wie immer eine unberechenbare Bedrohung. Neben der unmittelbaren Sorge um die Gesundheit quält viele unserer Patienten die Frage, ob sie für sich und ihre Familie den Lebensstandard werden halten können. Wie und wie lange ist man abgesichert? Was muss man tun, um möglichst alle Unterstützungsmöglichkeiten auszuschöpfen? Wir haben die wichtigsten Stichworte zur sozialen Sicherung zusammengestellt, um Ihnen die Orientierung zu erleichtern.

Akutbehandlung
umfasst Maßnahmen wie Operation, Strahlentherapie und/oder Chemotherapie. Am Ende der Akutbehandlung beginnt die einjährige (in besonders schweren Fällen auch zweijährige) Frist zur Beantragung einer onkologischen Rehabilitationsmaßnahme.

Anschlussrehabilitation, AHR
früher als Anschlussheilbehandlung bezeichnet, ist eine Reha-Maßnahme, die in der Regel innerhalb von 14 Tagen nach Ende der stationären Behandlung beginnt. Bei onkologischen Patienten, die noch eine Chemound/ oder Strahlentherapie zu absolvieren haben, beginnt die AHR erst nach Ende dieser Therapien.

Arbeitsunfähigkeit, AU
muss immer lückenlos dokumentiert sein. Ob am Ende der AHR oder während der ambulanten Behandlung: die Feststellung der weiteren AU muss spätestens am letzten Gültigkeitstag der letzten AU-Bescheinigung erfolgen. Schwerbehinderung Krebskranke haben Anspruch auf Anerkennung eines Grads der Behinderung von mindestens 50 Prozent. Einer der damit verbundenen Nachteilsausgleiche ist ein besonderer Kündigungsschutz.

Kündigungsschutz bei Schwerbehinderung
Schwerbehinderte und gleichgestellte behinderte Menschen haben bei Arbeitsverhältnissen einen besonderen Kündigungsschutz. Ihnen darf ordentlich oder außerordentlich nur gekündigt werden, wenn das Integrationsamt (www.integrationsaemter.de) vorher zugestimmt hat. Eine ohne Zustimmung ausgesprochene Kündigung ist unwirksam. Voraussetzungen: Das Arbeitsverhältnis muss bei Zugang der Kündigung bereits länger als sechs Monate bestanden haben. Der Antrag auf Anerkennung der Schwerbehinderung muss mindestens drei Wochen vor Zugang des Kündigungsschreibens vorliegen. Eine bestimmte Größe des Betriebs ist – anders als beim allgemeinen Kündigungsschutz – nicht erforderlich.

Krankengeld
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte und Bezieher von Arbeitslosengeld I haben Anspruch auf Krankengeld bei Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit für längstens 78 Wochen innerhalb von drei Jahren, gerechnet vom Tage des Beginns der Arbeitsunfähigkeit an. Lohnfortzahlung oder der Bezug von Arbeitslosengeld I werden auf diese Höchstdauer angerechnet. Das Krankengeld beträgt 70 Prozent des Bruttoarbeitsentgelts, maximal aber 90 Prozent des Nettoarbeitsentgelts.

Übergangsgeld
ist eine Lohnersatzleistung, die bei der Teilnahme an Reha-Maßnahmen, einschließlich Maßnahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben, gezahlt wird, wenn kein Anspruch (mehr) auf Lohnfortzahlung besteht.

Erwerbsminderungsrente
Wer aus gesundheitlichen Gründen in seiner Arbeitsfähigkeit deutlich eingeschränkt ist, kann beim Rentenversicherungsträger Erwerbsminderungsrente beantragen. Wenn die tägliche Arbeitsfähigkeit weniger als drei Stunden beträgt und bestimmte medizinische sowie versicherungsrechtliche Voraussetzungen erfüllt sind, besteht Anspruch auf eine volle Erwerbsminderungsrente. Wer drei bis unter sechs Stunden täglich arbeiten kann, erhält die teilweise Erwerbsminderungsrente. Erwerbsminderungsrente ist zeitlich befristet, kann aber verlängert werden.

Medizinische Rehabilitation
umfasst ambulante und stationäre Maßnahmen, die die Ausheilung der Erkrankung und die Wiederherstellung der Gesundheit unterstützen. Hierzu gehören unter anderem Anschlussheilbehandlung, medizinische Rehabilitation für Mütter und Väter, onkologische Nachsorgeleistungen (onkologische Reha), Entwöhnungsbehandlung für Suchtkranke, geriatrische Rehabilitation für ältere Menschen.

Onkologische Rehabilitation
heißt mittlerweile „Rehabilitation nach Tumorerkrankungen“. Dabei handelt es sich um eine Form der medizinischen Rehabilitation, die auf Antrag innerhalb eines Jahres nach Ende der Akutbehandlung erbracht werden kann. Liegen erhebliche Beeinträchtigungen durch die Tumorerkrankung oder Spätfolgen der Therapie vor, ist eine weitere Nach- oder Festigungskur innerhalb von zwei Jahren nach Ende der Akutbehandlung möglich.

Berufliche Rehabilitation
heißt mittlerweile „Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“. Die entsprechenden Maßnahmen haben das Ziel, die Erwerbsfähigkeit zu erhalten, zu verbessern, (wieder) herzustellen und möglichst dauerhaft zu sichern. Maßnahmen sind unter anderem Hilfen zur Erhaltung oder Erlangung eines Arbeitsplatzes, berufliche Bildung oder Zuschüsse an Arbeitgeber.

Stufenweise Wiedereingliederung
hat das Ziel, den Patienten Schritt für Schritt an die volle Arbeitsbelastung heranzuführen. Der behandelnde Arzt erstellt den Wiedereingliederungsplan, in dem Abfolge und Dauer der einzelnen Stufen, zu vermeidende Tätigkeiten und Belastungen beschrieben sind und konkrete Arbeitsbedingungen dokumentiert werden. Während der Maßnahme ist der Arbeitnehmer arbeitsunfähig und erhält Krankengeld, das mit eventuell gezahltem Gehalt verrechnet wird.

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