Hämatologische & Onkologische Praxis Stadthagen

Unterstützung für pflegende Angehörige

Kaum etwas ist Krebspatienten wichtiger als ihre eigene Unabhängigkeit. Sie möchten niemandem zur Last fallen, möchten ihren täglichen Beschäftigungen nachgehen, nicht zuletzt deshalb, um nicht ständig mit ihrer Erkrankung konfrontiert zu sein. Trotzdem gibt es Situationen, in denen die Unterstützung durch pflegende Ange -hörige oder professionelle Pflegedienste notwendig wird. Seit dem 1. Januar 2013 sind in der Pflegeversicherung Leistungsverbesserungen in Kraft getreten, auf die wir Sie hier aufmerksam machen möchten.

Stand der Information: März 2013

Anteiliges Pflegegeld auch während der Verhinderungspflege
Hinter den Verbesserungen steht das sogenannte Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz (PNG). Dieses Gesetz soll die Leistungsfähigkeit der Pflegeversicherung im Hinblick auf die immer schneller wachsende Gruppe hochbetagter Menschen erhalten. Denn diese Menschen sind häufig nicht nur rein körperlich hilfebedürftig, sondern haben – beispielsweise im Fall einer Demenz – einen erheblich gesteigerten allgemeinen Betreuungsbedarf. Mit anderen Worten: Demenzkranke Patienten, die bezüglich ihrer körperlichen Beeinträchtigungen noch keiner der drei Pflegestufen entsprechen, können seit Anfang des Jahres dennoch Unterstützung aus der Pflegeversicherung erhalten (siehe Tabelle). Weitere Verbesserungen sind für alle chronisch Kranke, also auch für Krebspatienten von Bedeutung. Pflegende Angehörige bekommen – etwa wenn sie selbst eine Auszeit nehmen wollen – jährlich bis zu vier Wochen eine Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege genehmigt. Neu ist in diesem Zusammenhang, dass pflegende Angehörige während dieser Zeit die Hälfte ihres Pflegegeldes weiter erhalten.

 

Tipps für pflegende Angehörige

 

Bei aller Sympathie und Wertschätzung für den Pflegebedürftigen stoßen manchmal auch pflegende Angehörige an ihre Grenzen. In solchen Fällen sollten Sie die Unterstützung durch einen professionellen Pflegedienst in Erwägung ziehen. Mittlerweile ist es möglich, einen Teil der Pflegeleistungen selbst zu erbringen und einen anderen an Profis zu delegieren. Gute Übersichten zu Pflegediensten bieten die gesetzlichen Krankenkassen an.

AOK: www.aok.de/bundesweit/gesundheit/pflege-180729.php

Ersatzkassen: www.pflegelotse.de

Betriebskrankenkassen: www.bkk-pflegefinder.de

Fundierte psychologische Beratung für pflegende Angehörige bietet ein vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördertes Internet-Portal: www.pflegen-und-leben.de.

Grundlegende Informationen zur Pflegeversicherung finden sich auch unter www.bmg.bund.de/pflege/pflegeversicherung.html.

Gemeinsam „zur Kur“ fahren
In naher Zukunft soll es außerdem möglich sein, dass pflegende Angehörige für die Zeit, in der sie selbst an einer Rehabilitationsmaßnahme teilnehmen, ihren pflegebedürftigen Patienten im Rahmen einer Kurzzeitpflege ebenfalls in einer Einrichtung der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation unterbringen können. In gewisser Weise fahren dann also beide gemeinsam „zur Kur“.

Pflegeversicherung: Leistungsansprüche ab 1. Januar 2013

Härtefall-Regelung: Hilfe in der Grundpflege täglich durchschnittlich mindestens sechs Stunden nötig, davon mindestens dreimal in der Nacht

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